Standpunkt zum Bürgerentscheid – „Abriss des Hallenbades stoppen“

Ziel dieses Bürgerentscheids ist es, das Hallenbad in Münnerstadt zu erhalten.
Ein erster Schritt dazu ist der Stopp des beabsichtigten Abrisses.

Der Abriss des Hallenbades mindert den Wohnwert von Münnerstadt, beeinträchtigt seine Attraktivität als Schulstadt erheblich und ist außerdem die wirtschaftlich schlechteste Lösung.

Die Schließung des Hallenbades in Münnerstadt bedeutete für die Schulen in der Region, dass der gemäß Lehrplan vorgeschriebene Schwimmunterricht – wenn  überhaupt – nur noch mit erheblichem Zusatzaufwand an Zeit und Geld erteilt werden kann. Eine verhängnisvolle Entwicklung, wenn man berücksichtigt, dass die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, und die tödlichen Badeunfälle in den letzten Jahren erschreckend angestiegen sind.

Der Abriss des Hallenbades kostet mehrere 100.000 Euro. Die öffentliche Hand, also die Stadt Münnerstadt und der Freistaat Bayern als Zuschussgeber, müssen für den Abriss Steuermittel im hohen sechsstelligen Bereich verausgaben, um anschließend lediglich eine Grünfläche vorweisen zu können. Zudem werden die von der Grund- und Mittelschule benötigten Parkplätze ersatzlos vernichtet. Dieser Verschwendung von Steuermitteln gilt es entgegenzuwirken, also den Abriss zu stoppen.

Die von der Stadt immer wieder zitierten Gutachten und Stellungnahmen wurden mit dem Ziel erteilt, das Bad abzureißen. Gutachten zur Sanierung des Bades wurden nie in Auftrag gegeben. Anderseits wurden Kostenaufstellungen des Ingenieurbüros Helfrich und des Architekturbüros Halboth vom 25.01.2009 über Sanierungskosten in Höhe von insgesamt 1.807.000 € nicht weiter verfolgt (siehe Schreiben der Regierung von Unterfranken an die Stadt vom 30.04.2012).

Wie schon in der Bürgerversammlung am 04.09.2015 dargestellt und von den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern mit überwältigender Mehrheit beschlossen, sollen die Abrisskosten einschließlich aller Nebenkosten, insbesondere der Absicherung der Schützenstraße, den Kosten für die Sanierung gegenübergestellt werden.

Mit einer solchen Gegenüberstellung hat sich die knappe Mehrheit des Stadtrates nie befassen wollen. Im Vordergrund stand stets der Abriss des Hallenbades. Wichtige


Gesichtspunkte blieben unberücksichtigt. Der Einbau eines Blockheizkraftwerkes im Rahmen der Sanierung des Hallenbades könnte die Mehrzweckhalle des Sportzentrums, das Neubaugebiet auf dem Areal des zu verlagernden BBZ und die gegenüberliegende Grund- und Mittelschule mitversorgen. Eine Anschlussmöglichkeit wurde bei deren Sanierung bereits vorgesehen.

Die Kosten der Sanierung können zu 80 % vom Freistaat Bayern gefördert werden. Hinsichtlich des Betriebskostendefizits hat der 3. Bürgermeister Axel Knauff in seinem Konzept festgestellt, dass dieses nach einer Sanierung auf deutlich unter 80.000 Euro gesenkt werden kann. Zum Vergleich: Der Zuschussbedarf des Kommunalunternehmens KulTourisMus im Schloss für das Jahr 2016 beträgt 179.700 Euro (Haushalt 2016). Da das Hallenbad mit vertretbarem Aufwand erhalten und wieder in Betrieb genommen werden kann, muss alles versucht werden, diese eindeutig bessere Lösung zu realisieren.

Die Sanierung des Hallenbades hat folgende Vorteile:

  • Die Nutzung durch die Schulen in Münnerstadt und den Nachbargemeinden für den Schwimmunterricht ist wieder möglich.
  • Der Schulstandort Münnerstadt wird im Hinblick auf die demographische Entwicklung gestärkt und auf Dauer gesichert.
  • Das Hallenbad eröffnet für alle Altersgruppen die Möglichkeit, bei kurzen Wegen die eigene Gesundheit und Fitness zu fördern.
  • Münnerstadt wird wieder als Wohnort für junge Familien interessant.

Diese Vorteile werden durch die Statistik der Stadt, aus der hervorgeht, dass in den Jahren des Betriebs über 1,8 Millionen Besucher das Bad genutzt haben, eindrucksvoll belegt. Diese Erfolgsbilanz soll fortgesetzt werden. Wenn Münnerstadt dem demographischen Wandel entgegenwirken will, ist der Erhalt des Hallenbades ein wichtiger Baustein.

Der Verein Bürgerbad Münnerstadt e.V. wird zur Senkung der Betriebskosten für das Hallenbad durch den ehrenamtlichen Einsatz seiner Mitglieder beitragen. Dies setzt aber voraus, dass der Abriss des Hallenbads gestoppt wird und alle Möglichkeiten zur Sanierung und Wiederinbetriebnahme des Hallenbades ernsthaft und sorgfältig geprüft werden.